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Franz Dinnendahl

Franz Dinnendahl

An der Herner  Straße liegt die Fabrik "Westfalia Dinnendahl Gröppel". Es werden dort Förderkörbe und Schachtgerüste für den Bergbau hergestellt. Viele Bochumer kennen das Werk nicht, darum soll diese Geschichte von Franz Dinnendahl, dem Begründer der Fabrik, erzählen.

Franz Dinnendahl hatte es als Junge nicht leicht. Schon mit 12 Jahren mußte er Geld verdienen. Er hütete bei einem Bauern die Schweine. Dabei schnitzte er Windmühlen und kleine Wasserräder und vergaß oft, auf die Tiere aufzupassen. Als er eines Abends einige Schweine verloren hatte, entließ ihn der Bauer. Nun meldete sich Franz Dinnendahl bei der Zeche.  - Damals ging die Kohle in den Stollen zur Neige, und man legte die ersten Tiefbauschächte an. Doch ergab sich die große Schwierigkeit, wie man das Grundwasser heben sollte. In dieser Zeit fuhr Franz Dinnendahl zum ersten Male als Kohleschlepper an und brachte es später bis zum Hauer. Doch riet ihm ein Verwandter, das Zimmermannshandwerk zu erlernen, weil er schon als Junge so gerne gebastelt hatte. Franz Dinnendahl folgte diesem Rat, machte die Zimmermanslehre durch und arbeitete dann als selbstständiger Handwerker. In seiner Freizeit baute er Wasserpumpen. Er zeigte seine Arbeiten eigenen Grubenbeamten. Denen gefielen die Pumpen so gut, daß sie sogleich eine solche Pumpe bestellten. Damit konnte man endlich des Grundwassers in den Gruben Herr werden.

Kurze Zeit später durfte Dinnendahl das Maschinenhaus der Zeche "Vollmond" in Langendreer bauen. Hier wurde die erste Dampfmaschine zur Hebung des Wassers aufgestellt.

Dinnendahl entdeckte einige kleine Fehler an ihr und brachte sie in Ordnung. Weil ihm das so gut gelungen war, bestellte auch eine andere Zeche eine ähnliche Dampfpumpe. Das wahr eine sehr schwere Arbeit; denn Dinnendahl musste alle Teile der Maschine selbst schmieden. Nun erhielt er mehrere solcher Aufträge und errichtete deshalb eine kleine Fabrik für Dampfmaschinen. Bald war sogar der Name Dinnendahl in Deutschland und sogar im Ausland berühmt.

Trotzdem fehlte es Dinnendahl an Geld, und als gar seine Fabrik abbrannte, fand der Mann, der die ersten Dampfpumpen im Ruhrgebiet gebaut und damit dem Bergbau die größten Dienste geleistet hatte, nicht mehr die Kraft, von vorne anzufangen. Er starb kurz darauf, 51 Jahre alt.

 

© Herrmann Rupprecht - Geschichten aus Bochums Vergangenheit
Stockmann Buchverlag Bochum
www.stockmann-shop.de/

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