Die Wittewiwerkule
Die Wittewiwerkule
Am Tippelsberg bei Riemke liegt eine etwa zwanzig Fuß hinabgehende Tiefung, in der ein schöner, klarer Quell entspringt. Man nennt sie die "Wittewiwerkule" und erzählt, daß hier vorzeiten die "witten Wiwer" gewohnt haben, die sich auch zuweilen haben sehen lassen.
Vor langen Jahren wohnte auf einem Hofe zu Riemke ein Bauer, dessen Frau abends am Feuer saß. Da traten plötzlich zwei witte Wiwer herein und entführten sie mit sich in ihre Höhle. Hier verboten sie ihr, jemals aus der Tür zu sehen; denn sonst würden sie ihr den Hals brechen. Das hat sie auch sieben Jahre hindurch geduldig ertragen, aber endlich hat sie doch, als die witten Wiwer abwesend waren, ihr Verlangen nicht länger zähmen können und die Tür aufgetan. Und wie sie da hinaustrat, hörte sie auf einmal die Bochumer Glocken läuten und hat an dem wohlbekannten Klange sogleich gewußt, wo sie war, und so ist sie dann hinabgeeilt nach Riemke zum Hofe ihres Mannes. Der hatte aber indessen, da er seine Frau tot geglaubt, bereits eine andere gefreit, und als sie ins Haus getreten und diese gesehen, hat sie sich schweigend an den Herd gesetzt.
Die Kinder jedoch haben sie sogleich erkannt und sich schmeichelnd an sie gedrängt, worauf ihre Stiefmutter ihnen geboten, von ihr wegzugehen, da das Bettelweib sie nichts anginge. Das hat sie nicht ertragen können und gesagt: "Wohl gehen sie mich mehr an als dich", und gerade bei diesen Worten ist ihr Mann ins Haus getreten, hat sie freudig wiedererkannt und nun die erste neben der zweiten im Hause behalten. So hat sie denn noch einige Jahre bei ihm gelebt, hat aber nie eine andere Speise als "mörre Äppel" zu sich nehmen können.
Aus Bolle, am Maarbach und Ölbach





