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Die erste Straße wird gebaut

Die erste Straße wird gebaut

"Wenn Ihr in Zukunft Ruhe vor Räubereien und Überfällen haben wollt", sagte der Polizeibeamte zu den Stadtvätern, "dann müssen unbedingt feste Straßen angelegt werden." Die Straßen waren nämlich sehr schlecht. Das Pflaster bestand aus dicken Steinen, die einfach nebeneinander gelegt waren. Daher brachen oft die Räder, wenn ein Wagen schwer geladen hatte. Viele Straßen waren überhaupt nicht gepflastert, bei Regenwetter verwandelten sie sich in Schlammwege.

Die Straßen, die in die Umgebung führten, zeigten tiefe Schlaglöcher und Räderspuren, die meistens voll Wasser standen. An ihren Rändern wucherten Hecken und Büsche, in denen sich Räuber gut verstecken konnten.

Frisch gingen die Bürgerrotten an die Arbeit: sie rodeten die Büsche, fuhren Steine an und machten die Wege rund um die Stadt zu ordentlichen Straßen.

Doch die Kaufleute waren mit dieser Arbeit nicht zufrieden. Sie hätten die Straßen gerne weiter ausgebaut gesehen, vor allem die nach Witten. An dieser lagen nämlich die Gruben, von denen die Kohlen mit Pferdegespannen abgefahren wurde. Aber die Stadt hatte nicht viel Geld.

Schließlich wurden die Arbeiten doch begonnen, und als es gar bekannt wurde, der König käme in Kürze nach Westfalen und wolle auch Bochum besichtigen, da machten sich die Bürger ans Werk.

So wurden 1794 die Straßen nach Witten und nach Steele fertiggestellt. Man nannte sie "Chausseen", das sind Straßen, die schön gerade verlaufen mit Bäumen an ihren Rändern. Von Räubern aber hat man seit dieser Zeit nie mehr etwas gehört.

 

© Herrmann Rupprecht - Geschichten aus Bochums Vergangenheit
Stockmann Buchverlag Bochum
www.stockmann-shop.de/
 

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