Der Hellweg
Der Hellweg
Seit der ersten Fahrt des Kaufmanns Emilius sind viele Jahre vergangen. Heute sehen wir ihn wieder durch unsere Heimat ziehen. Aber nun braucht er nicht mehr den schlechten Waldweg zu benutzen, dieses Mal kommt er auf einer guten Straße dahergefahren. In der Zwischenzeit hat sich nämlich viel geändert.
Da waren eines Tages römische Soldaten in das Land eingefallen, um unsere Heimat zu erobern. Aber in den großen Wäldern konnten sie schlecht marschieren, und ihre Wagen kamen nicht voran. Deshalb schickte der Führer einen Trupp Soldaten voraus, um eine Straße durch die Wälder anzulegen. Die Männer fällten Bäume, hackten die Äste ab und legten die Stämme quer über den Weg.
Diese Straße führt vom Rhein bei Duisburg-Ruhrort, zwischen der Emscher und der Ruhr entlang, an Essen vorüber, über Bochum und Dortmund durch den Teutoburger Wald zur Weser und hat den Namen "Hellweg".
Auf dieser Straße kommt der Kaufmann gut voran. Aber er trifft nur noch selten einen Hof der Germanen an; denn die Römer haben viele Bauern vertrieben. Trotzdem braucht er sich nicht zu sorgen, wo er in dieser Nacht schlafen und seine Pferde und Wagen unterstellen kann. Denn bald wird er eine Kreuzung erreichen. Hier stößt der Hellweg auf eine andere Straße, die vom Rhein durchs Bergische Land nach Münster führt. An dieser Stelle, an der die beiden Straßen sich treffen, steht ein Gasthaus. Da wird Emilius noch andere Kaufleute finden. Sie werden am warmen Feuer sitzen, einen kräftigen Bärenschinken essen und Met dazu trinken und sich die neuesten Geschichten erzählen. Emilius freut sich schon darauf, und schmunzelnd treibt er seine Pferde an.

© Herrmann Rupprecht - Geschichten aus Bochums Vergangenheit
Stockmann Buchverlag Bochum
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