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Unsere Heimat zur Zeit Christi

 Unsere Heimat zur Zeit Christi

Es war in der Zeit, als unser Herr Jesus Christus noch im Judenlande predigte. Da zog der römische Kaufmann Emilius mit seinen Knechten und Wagen am Ufer der Ruhr entlang, um mit den Menschen, die in unserer Heimat wohnten, zu handeln.

Er machte ein sehr brummiges Gesicht; denn es war nebelig, und ein leichter Regen nieselte aus grauen Wolken. Der Weg war schlecht und unheimlich und führte durch einen schier endlosen Wald mit steinalten Buchen und knorrigen Eichen. Ein Freund hatte dem Kaufmann erzählt, es gäbe sogar Bären und Wölfe und andere wilde Tiere an der Ruhr.

Endlich gelangten die Fremden auf eine Lichtung und entdeckten unter hohen, mächtigen Bäumen einen Bauernhof. An Kornfeldern vorbei und durch saftige Wiesen hindurch kamen sie an einen Hofzaun. Aber als Emilius das Tor öffnen wollte, sprangen ihm ein paar große Hunde böse bellend entgegen. "Zurück, Harras!" rief eine Stimme aus dem Hause, und ein stattlicher Mann kam ans Gatter und ließ die Fremden ein. Nun war der römische Kaufmann Gast bei Ingo, einem germanischen Bauern aus dem Volke der Sigambrer. Er tauschte - denn Geld kannten die Germanen nicht - bunte Stoffe und Ackergeräte gegen Felle.

 

© Herrmann Rupprecht - Geschichten aus Bochums Vergangenheit
Stockmann Buchverlag Bochum
www.stockmann-shop.de/

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