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Der Schultheiß

 Der Schultheiß

Inzwischen sind viele Jahre vergangen, und der Ort "Bokhem" ist bedeutend größer geworden: neue Bauern haben sich angesiedelt, Handwerker errichteten ihre Werkstätten, und Händler leißen sich hier nieder. In der Mitte der Siedlung aber reckt noch immer der Reichshof stolz sein Dach in die Wipfel der Buchen. Doch wohnt dort nicht mehr Herr Cobbo; der ruht längst im Grabe. Ein Graf von der Mark hat das Land erworben und als seinen Stellvertreter einen Schultheißen genannt, der die Bauern heißt = ihnen sagt, was sie dem Grafen schuldig sind. Gleichzeitig ist er der Richter im Ort und wohnt im früheren Reichshof. Seitdem führt der Reichshof den Namen "Schultheißenhof".

Der neue Landesherr meint es gut mit den Bochumern. Er erlaubt ihnen, jede Woche einen Markt abzuhalten und gewährt den auswärtigen Kaufleuten, die hier ihre Waren anbieten wollen, mit ihren Wagen eine Tagereise weit seinen Schutz auf der Hin- und Rückfahrt.

Der Schultheiß regelt im Auftrage des Grafen den Marktverkehr: er prüft die Maße und Gewichte, damit niemand betrogen wird, und sorgt für Ruhe und Ordnung, wenn am Markttage einmal Streitigkeiten ausbrechen. Wer sich seinen Anordnungen nicht fügt, den darf er sofort bestrafen.

 

© Herrmann Rupprecht - Geschichten aus Bochums Vergangenheit
Stockmann Buchverlag Bochum
www.stockmann-shop.de/

 

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